Abijahrgang 2004

Mit einer gelungenen Rede verabschiedeten sich am 12.06.2004 unsere Abiturienten.
Wir wünschen allen Absolventen für ihre Zukunft viel Erfolg, Glück und den Mut, unbequeme Wege einzuschlagen.

Auf Wiedersehen!

ABI-Rede 2004

Sehr geehrte Lehrerschaft, liebe Schüler, Eltern, Verwandte und Freunde, Anno 2004, das Orakel von Delphi benannte dieses Jahr als „Das Schicksals-Jahr“, in dem wir Halbgötter unsere letzte Prüfung ablegen sollten, um als Götter den Gipfel des Olymps erklimmen zu können. Doch lasset uns zunächst die Prüfungen im einzelnen Revue passieren, die das Fundament für unseren zukünftigen Erfolg als Götter bildeten:
Die Prüfungen begannen für die meisten von uns am Fuße des Olymps bereits vor 13, bei einigen vor 14 oder gar 15 Jahren. Doch die härtesten Aufgaben begegneten den Halbgöttern erst im letzten Jahr ihrer beschwerlichen Reise. Denn der Herrscher der Götter auf dem Olymp Warnking befahl zu dieser Zeit seinen Untertanen, den Halbgöttern bestimmte Prüfungen aufzuerlegen. Nur diejenigen, die alle Prüfungen bestehen würden, werden am Ende in den Status eines Gottes erhoben. Von 80 ehemaligen Halbgöttern und anderen, die aus den entlegensten Winkeln des Universums sich den Aufgaben stellten, überstanden nur 34 tapfere
Halbgötter diese harten Anforderungen. Sie lernten im Laufe der Jahre ihre Talente zu verbessern und erreichten durch Training neue Fähigkeiten , von denen sie noch nie zu träumen gewagt hätten. Die Opfer dieser schier unüberwindbaren Prüfungen mussten sich beugen und stürzten den schon mehr oder minder erklommenen Weg zum Olymp wieder ab. Einige leider sogar kurz vorm ersehnten Ziel- dem Gipfel des Olymps.

Die erste Prüfung, die den Halbgöttern gestellt wurde, war der Kampf gegen die nemeischen Deutschlöwen.Überaus gefürchtet war dieses Deutsch-Gespann, bestehend aus Doktor Formella, Frau Kuch und Frau Mennel, welche die Halbgötter in kleineren Gruppen, bezirzt von Iphigenie auf Tauris zusammenhetzten und Goethes Faust auf sie niederschmetterten. Doch die Helden wussten diese Prüfung erfolgreich zu bestehen, indem sie den Gegner mit seinen eigenen Waffen schlugen. Nach wochenlangen Analysen wussten sich die Halbgötter in der Materie zu Recht zu finden und entschieden den Faustkampf aus eigener Kraft für sich.

Nachdem die erste Aufgabe bestanden war, lauerte jedoch schon der nächste Test auf unsere Helden. Im Fremdsprachenbereich machte sich die 3-Köpfig-Hydra (Gilde, Yassine, Dähling) ihrer Fähigkeiten Nutzen und quälte die Halbgötter mit Lektüren, Texten, Gedichten und Essays, die aus einer Welt kamen, zu der die Halbgötter nur schwer Zugang fanden. Die Attacke des William Safire stellte dabei eines der größten Übel dar. Doch auch diese Prüfung konnte sie nicht daran hindern, ihr Ziel aus den Augen zu verlieren.

Nun wartete die dritte Prüfung auf die angehenden Gottheiten. Die Musen, also der Kunsttitan Herr Winger und die Sirene Fr. Cypionka, versuchten uns „auszuradieren“ und durch das Singen des zweigestrichenen E’s zum Absturz vom Olymp zu bewegen.

Auch die historisch bewanderten Geschichtsgelehrten Lahrs, Lütjens und Dühring schickten in der vierten Prüfung bewaffnete Truppen aus allen Epochen und Zeitaltern auf uns hernieder, um diejenigen zu ermitteln, welche des übrigbleibenden Weges würdig waren.

Des weiteren erklärten die Erdkundegötter Klick und Dühring als fünfte Prüfung den Olymp für ein unantastbares Risikogebiet, das es unbedingt im Zuge der Globalisierung zu verteidigen galt. Doch die Halbgötter ließen sich selbst nicht durch heraufbeschworene Naturkatastrophen beeindrucken und setzten ihren Aufstieg mit unbändiger Willenskraft fort.

Als wären zwei nicht schon genug, versuchte auch Herr Wälz in Zusammenarbeit mit diesen von einem legendären Vetorecht Gebrauch zu machen und schleuderte uns Begriffe aus der Wirtschaft und Politik wie Donnerblitze an den Kopf.

Als Geheimwaffe der Herrschenden fungierte vor allem die Mathefraktion, zu der Herr Knödler, Herr Herrmann und Fr. Lorenz gehörten, welche uns einerneutes Hindernis auferlegten. Mit einem ungeheuren Tempo prasselten komplexe Zahlen und Vektorpfeile auf uns ein mit der Intention uns in den Wahnsinn zu treiben. Doch selbst die Sinuskurve war nicht im Stande uns aus dem Gleichgewicht zu bringen. Wir blieben standhaft und schritten den Weg zum Gipfel unbeirrt hinauf.

Zudem gab es Titanen, die in der achten Prüfung die Gesetze der Physik zu ihren Gunsten nutzen konnten. So ließen Herr Baron und Frau Gülck nicht nur schwarze Löcher entstehen, die die Zeit und den Verstand der Halbgötter in andere Dimensionen saugten, sondern bedrohten sie auch mit lebensgefährlichen Schülerversuchen.

Die biologischen Gottheiten, Herr Wetzker und der erymanthische Eberhardt, schickten ihrerseits bösartig, brutale Kreaturen auf uns hernieder, deren Aufgabe es war, uns zu zerfleischen. Doch wir schlugen auch diese Bestien in die Flucht.

Als zehnte Prüfung versuchte der Priester Herr Oertel im Auftrag der Titanen die Menschheit von einem neuen Gott zu überzeugen, so dass die aufstrebenden Götter in Vergessenheit geraten und die Macht der Titanen unantastbar bleiben sollte.

Im Sportunterricht, der die elfte Aufgabe darstellte, führten die Vollstrecker Flemmer,Brodbeck Lührs schier unlösbare Koordinationsübungen durch, um die Knochen der Halbgötter zum Zerbersten zu bringen.

Als letzte Prüfung mussten wir den Göttern eine eigenständige Opfergabe darbringen, welche durch die Titanen Dähling, Flemmer und Mittmann in ihrer Qualität geprüft wurden. So wurden ganze Drachen und sogar Städte den Göttern angeboten.

Letztendlich war es geschafft. Durch gemeinsames Arbeiten, individuelles und kreatives Streben konnten wir die Herrscher des Olymps von unserer Kraft und unserer Leistung überzeugen, so dass sie uns die Tore zum Olymp öffneten. Besondere Anerkennung gilt dabei der guten Seele Frau Schuster, auf deren Hilfe wir immer zurückgreifen und deren Unterstützung wir uns immer gewiss
sein konnten.

Wir verlassen nun den Olymp – dieses Gymnasium Kaltenkirchen – um den Thron des Abiturs der nächsten Generation zu überlassen.
Nichtsdestotrotz gilt es in der neuen, unbekannten Welt weitere Gefahren und Aufgaben zu überwinden bzw. zu bestehen. Doch aufgrund unseres Sieges und unseren Fähigkeiten sind wir alle sicher, dass wir auch in jener neuen Welt Fuß fassen können. Wir bedanken uns bei all unseren Mitstreitern, wollen aber in der Stunde des Triumphes diejenigen nicht vergessen, die uns all die Jahre begleitet haben. Besonderer Dank gilt hierbei Tristan, ohne den diese Rede in dieser Form nicht existieren würde. Also erheben wir unser Glas gefüllt mit göttlichem Nektar und speisen vom exquisiten Ambrosia.

Heute ist unser Tag – der Tag, an dem wir uns wie ein Gott fühlen dürfen.

Recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit!