Spendenaktion des Gymnasiums Kaltenkirchen zugunsten des Tierheims Henstedt-Ulzburg

Fast pünktlich um ca. 07:45 Uhr brachen 23 Schülerinnen und Schüler vom Gymnasium Kaltenkirchen mit 130€ Spendenerlös im Gepäck in Richtung Henstedt-Ulzburg auf. Ihr Ziel: Das dortige Tierheim. Das Problem: eine zu überbrückende Distanz von gut 10 km hin und zurück – und das alles zu Fuß! Dennoch, die Teilnehmer waren dank vorbildlicher eigener Motivation und vernünftigem Schuhwerk bestens gerüstet und so ging es dann auch im flotten Tempo los. Die ersten Kilometer fielen und die Betriebstemperatur stieg: Dort wurde eine Mütze abgesetzt, hier eine Jacke aufgemacht. Und somit war es auch nur kurz ernüchternd, dass, wenige Meter vor dem Ziel, einige Schülerinnen und Schüler feststellten, dass man hier auch mit dem Bus hätte hinfahren können.

Dort angekommen, wurde kurz verschnauft, etwas getrunken und gegessen und sich gleich den Fragen der Segeberger Presse, die zeitgleich eingetroffen war, entgegengeworfen, sodass die Dame von der Zeitung beim Notieren aller Wortmeldungen kaum mit dem Schreiben hinterherkam und schlussendlich hinzufügen musste, dass sie leider aus Platzgründen nicht alle Beiträge erwähnen könne – zu groß war das Wissen der Schülerinnen und Schüler bezüglich des Themas Tierschutz.

Die Enttäuschung darüber hielt nur kurz an, da Lucy mittlerweile erschienen war. Lucy ist eine Beagle-Hündin, die an Diabetes leidet und vollständig erblindet ist. Grund hierfür: falsche Haltung der Vorbesitzer. Umso erstaunlicher war, dass Lucy trotz des so traurigen Schicksals alles andere als scheu oder abwesend ist, sondern sehr verschmust und zutraulich auf die Soundkulisse der Horde von Schülerinnen und Schüler reagierte. Ein Kopfstreichler hier, ein Krauler da und es war klar: Lucy solle doch die Spende erhalten! Gesagt, getan, schnell noch ein Foto für die Dame von der Presse, natürlich mit Lucy samt Meute, und ab ins Tierheim – zusammen mit Jackie.

Jackie arbeitet im Tierheim und absolviert dort ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr und führte uns mit ihrer entspannten Art und ihrem umfangreichen Wissen souverän durch die Einrichtung. Es gab kein Tier, zu dem Jackie nicht mit einer kurzen Geschichte oder einer Anekdote aufwarten konnte. Sei es in der Katzenstation, wo noch fünf sehr verspielte junge Katzen herumsprangen, die zuvor in einem Haushalt mit mehr als 40 anderen Katzen gelebt hatten, oder der Uropa-Kater der mit seinen geschätzten 17 Jahren oder älter nur sehr sparsam zu dem Treiben der jungen Nachbarn herüberschaute. Anschließend ging es hinaus und beim Aufmachen der Tür und dem entgegenschallenden Gebell wusste man sofort, hier müsse es etwas Großes geben: Dino! Ein Leonberger-Mischling der nicht nur durch sein tiefes und lautes Bellen auf sich aufmerksam machte, sondern auch durch seine imposante Statur. Umso erstaunlich klangen dann die Worte Jackies: „Der ist ein Angsthase und will eh nur immer gestreichelt werden.“ Etwas ungläubig Richtung Jackie guckend, konnten wir uns so gar nicht vorstellen, dass Dino uns überhaupt in seine Nähe lassen würde. Zwei Minuten später, nachdem er sich an uns gewöhnt hatte, lag Dino auf der Seite, uns erwartungsvoll anguckend und wartete auf seine Krauleinheit. Diese musste jedoch noch auf sich warten lassen, da es ausdrücklich untersagt war, die Hunde zu füttern oder zu streicheln, da es auch Hunde mit schlimmer Vergangenheit gäbe und diese eventuell beißen könnten. Gründe für ein solches Verhalten sind fast immer die gleichen: falsche Haltung oder Aussetzen des Tieres. Dies traf ausnahmsweise auf das „Hunde-Liebespaar“ Looni und Charly nicht zu. Diese beiden entstammten einem guten Haushalt, nur das sich die Vorbesitzerin nicht mehr in der Lage sah, sie hinreichend zu versorgen. Nun gibt es sie nur im Doppelpack, was die Weitervermittlung natürlich schwierig gestaltet, da etwaige Interessenten oft nur nach einem Tier ausschalten hielten. So warten sie im Tierheim immer noch auf ein neues Zuhause.

Etwas traurig verließen wir daher die Hunde und begaben uns auf den Hinterhof, um verschiedenste Vögel, Kaninchen, Meerschweine, Chinchillas genauer zu betrachten. Auch lief uns die ein oder andere Katze über den Weg, die sich streicheln ließ und dann wieder langsam von dannen zog. Anschließend gab es noch bei den spendablen Hühnern für einen Schüler ein Ei und dann war die Besichtigung auch leider schon wieder zu Ende. Nach einer kurzen Verabschiedung von unserer netten Betreuerin ging es dann auch ohne Umwege und im schnellen Marsch zurück zur Schule, nicht ohne an die Worte von Jackie zu denken, die sie uns noch mit auf dem Weg gab. Es könne jeder helfen, es müsse auch nicht immer Geld sein, sondern auch gern alte Decken oder Katzenstreu oder auch das Gassi gehen der Hunde sei für die Mitarbeiter des Tierheims schon eine gern gesehene Hilfe.

Verena Röschmann und Eric Willkommen