Fachschaft Evangelische Religion
Glauben verstehen. Fragen stellen. Verantwortung leben.
Evangelische Religion eröffnet Raum für Fragen nach Gott, dem Menschen und einem gelingenden Leben. Was gibt Menschen Hoffnung? Wie gehen wir mit Leid und Ungewissheit um? Was bedeutet es, Verantwortung für andere zu übernehmen?
Aus evangelischer Perspektive werden christliche Überlieferungen erschlossen und mit Erfahrungen und Fragen der Gegenwart ins Gespräch gebracht. Dabei geht es um Verstehen, kritisches Nachdenken und die Entwicklung einer eigenen begründeten Position.
Unterschiedliche Überzeugungen und Zweifel haben ihren Platz. Religiöse Bildung lädt zum Gespräch ein und unterstützt einen respektvollen Umgang mit Menschen anderer religiöser und weltanschaulicher Orientierung.
Glaube, Fragen und persönliche Orientierung
Menschen suchen nach Sinn, Vertrauen und Orientierung. Religiöse Fragen können aus Erfahrungen von Freude und Gemeinschaft ebenso entstehen wie aus Unsicherheit, Konflikten und Grenzen.
Im Unterricht werden christliche Vorstellungen von Gott und Mensch untersucht. Schülerinnen und Schüler fragen, wie Glaube das Leben prägen kann und welche Einwände oder offenen Fragen sich damit verbinden.
Zur evangelischen Perspektive gehören die Bedeutung von Freiheit, Gewissen und persönlicher Verantwortung. Eigene Überzeugungen werden nicht vorausgesetzt, sondern können im Austausch reflektiert werden.
Niemand muss persönliche Glaubensvorstellungen oder private Erfahrungen offenlegen. Entscheidend sind die Bereitschaft zum Nachdenken und ein respektvoller Umgang miteinander.
Biblische Texte entdecken und deuten
Die Bibel ist eine Sammlung unterschiedlicher Texte: Erzählungen, Gebete, Briefe, Gleichnisse und weitere literarische Formen eröffnen vielfältige Zugänge zu Glaubens- und Lebenserfahrungen.
Schülerinnen und Schüler untersuchen, in welchen Zusammenhängen Texte entstanden sind, wie sie gestaltet sind und welche Fragen sie aufwerfen. Dabei werden unterschiedliche Deutungsmöglichkeiten verglichen.
Die Beschäftigung mit Jesus Christus und seiner Botschaft ist ein wichtiger Bezugspunkt christlichen Lernens. Biblische Vorstellungen von Hoffnung, Gerechtigkeit, Vergebung und Nächstenliebe werden erschlossen und diskutiert.
Es geht darum, Texte sorgfältig zu verstehen, ihre Wirkungsgeschichte wahrzunehmen und mögliche Bezüge zur Gegenwart begründet zu prüfen.
Evangelisch sein: Freiheit und Verantwortung
Was kennzeichnet eine evangelische Perspektive auf den christlichen Glauben? Die Auseinandersetzung mit der Reformation eröffnet Zugänge zu Fragen nach Gnade, Vertrauen, Gewissen und der Bedeutung der Bibel.
Die Vorstellung, dass der Wert eines Menschen nicht erst durch Leistung verdient werden muss, bietet Anlass zum Nachdenken über Anerkennung, Selbstverständnis und den Umgang mit anderen.
Kirche wird als Gemeinschaft mit unterschiedlichen Ausdrucksformen und einer wechselvollen Geschichte betrachtet. Dazu gehört auch, kirchliches Handeln und Versagen kritisch zu untersuchen.
Der Unterricht lädt dazu ein, religiöse Traditionen zu verstehen und ihre Bedeutung für persönliche Freiheit und gesellschaftliche Verantwortung zu diskutieren.
Religionen begegnen. Verständigung lernen.
Religiöse und weltanschauliche Vielfalt gehört zu unserem Zusammenleben. Der Unterricht eröffnet Zugänge zu anderen Religionen sowie zu nichtreligiösen Sichtweisen.
Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit Glaubensvorstellungen, Festen, Erzählungen und Formen religiöser Praxis. Dabei werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede wahrgenommen, ohne die Vielfalt innerhalb einzelner Traditionen auszublenden.
Begegnung und Dialog setzen genaues Zuhören und sachkundiges Fragen voraus. Eigene Vorstellungen und Vorurteile werden überprüft; andere Überzeugungen sollen aus ihrer jeweiligen Perspektive verständlich werden.
Auch das Verhältnis von Religion, Gesellschaft und Kultur bietet Gesprächsanlässe. Ziel ist eine begründete eigene Orientierung und ein respektvoller Umgang mit Unterschieden.
Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Schöpfung
Wie sollen wir handeln, wenn Interessen und Werte miteinander in Konflikt geraten? Christliche Vorstellungen von Menschenwürde, Nächstenliebe und Verantwortung eröffnen Zugänge zu ethischen Fragen.
An Beispielen werden unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten und ihre Folgen untersucht. Schülerinnen und Schüler vergleichen religiöse und nichtreligiöse Begründungen und entwickeln eigene Urteile.
Themen wie Armut, Ausgrenzung, Frieden und der Umgang mit der natürlichen Umwelt verbinden persönliche Entscheidungen mit gesellschaftlichen Herausforderungen.
Die Rede von der Schöpfung kann zum Nachdenken über die Stellung des Menschen und seine Verantwortung für die Mitwelt anregen. Dabei werden religiöse Deutungen und naturwissenschaftliche Erklärungen in ihren unterschiedlichen Fragestellungen betrachtet.
Evangelische Religion am GymKaki
Unser Ziel ist ein Religionsunterricht, der Neugier auf religiöse Fragen weckt, christliche Traditionen erschließt und Schülerinnen und Schüler bei der Entwicklung einer reflektierten eigenen Position unterstützt.
Die Arbeit mit Texten, Bildern, Musik, Symbolen und konkreten Fragestellungen eröffnet unterschiedliche Zugänge. Gespräche und kreative Aufgaben helfen dabei, Wahrnehmungen auszudrücken und Deutungen miteinander zu vergleichen.
Mit zunehmender Erfahrung werden die Analyse religiöser Aussagen, der Vergleich von Perspektiven und die eigenständige Urteilsbildung vertieft. Glaube, Zweifel und Kritik können dabei miteinander ins Gespräch kommen.
Evangelische Religion trägt so zur Allgemeinbildung bei und stärkt religiöse Sprachfähigkeit, ethische Reflexion, Perspektivwechsel und die Bereitschaft zur Verständigung.
Fachvorsitz Evangelische Religion: Katinka Petersen
katinka.petersen[at]schule-sh.de
