Segeltörn

Vom 07.06.2026 bis zum 12.06.2026 segelte ein Teil des Jahrgangs der zehnten Klassen und des E-Jahrganges eine Woche lang über die Ostsee. Am Sonntag trafen wir uns am Bahnhof von Kaltenkirchen. Dort luden wir unsere großen Gepäckstücke in einen Anhänger ein, der parallel zu uns nach Kiel fuhr. Und so startete das große Abenteuer.
In Kiel trafen alle an der Reventloubrücke zusammen und luden das Gepäck und das sich bereits im Anhänger befindende Essen aus, welches dann an Bord der Zephyr verstaut wurde. Sobald alles verstaut war, machten sich einige an das Abendbrot, sodass wir früh schlafen gehen konnten, um am nächsten Tag ganz früh die Segel zu setzen.
Am Montag wurden wir morgens von der Matrosin Hanna der Zephyr eingewiesen, wie man die Segel hisst, einholt und im Wind ausrichtet. Anfangs fiel es uns schwer, die verschiedenen Segel auseinanderzuhalten, sodass wir Hanna oft fragen mussten, wie sie denn hießen. An dem Tag segelten wir über die Grenze nach Dänemark. Kurze Zeit danach legten wir im Hafen von Marstall an. Dort vertauten wir Innen- und Außenklüver mit Sicherheitsgurten im Netz am Bug des Schiffes. Abends badeten wir noch am Strand und spielten gemeinsam im Gemeinschaftsraum des Schiffes. Nach dem ereignisreichen ersten Segeltag waren jedoch alle erschöpft und sind bald in die Kojen gefallen.
Unser Ziel am Dienstag war Lyø, eine kleine Insel vor der Küste Dänemarks. Entgegen unseren Erwartungen hatten wir zahlreiche kräftige Böen, weshalb wir in Teams auf das Kommando „Böe vorbereiten“ vorbereitet wurden, sodass wir so schnell es geht den Schoner niederlassen konnten. Viele hatten mit Seekrankheit zu kämpfen, aufgrund der Schieflage und des starken Wellenganges. Deshalb verkürzte die Crew (Louzina und Kapitän Jan) die Segelzeit und legte schon am südlicheren Teil der Insel Avernakø an. Zum Abendessen schlossen sich, wie jeden Abend, 4–5 von uns zusammen und kochten Burger. Den Abwasch danach erledigte auch ein kleines Team. Auch die Toiletten und der
Gemeinschaftsraum mussten regelmäßig gereinigt werden.
Mittwoch segelten wir nach Sønderborg. Auf dem Weg dorthin segelten wir unter unserer ersten Brücke durch und nutzten den Abend, um Sønderborg zu erkunden. Am darauffolgenden Morgen waren wir extra früh wach, um ein kleines Eisbad am Strand vor dem Sønderborger Schloss zu nehmen und auch noch auf die Aussichtsplattform zu gehen, von der man ganz Sønderborg überblicken kann.
Donnerstag segelten wir zurück nach Deutschland und legten um 19:30 Uhr im Hafen von Eckernförde an. Morgens beim Lossegeln frühstückten einige an Deck, da von Hanna Böen angekündigt worden waren. Da abends das erste Männerfußball-WM-Spiel lief, machten wir uns gemeinsam einen gemütlichen Abend an Bord des Schiffes und genossen die gemeinsame Zeit an Bord. Morgens in Eckernförde nahmen wir auch wieder ein eiskaltes Bad am Strand.
Freitag brach der letzte Tag an. Wir segelten früh los, denn im Hafen von Kiel mussten wir das Schiff wieder auf Vordermann bringen. Kurz vor Kiel wies die Matrosin Hanna uns an, das Großsegel, den Schoner, die Fock sowie Innen- und Außenklüver zu vertrauen. Weitere Anweisungen waren kaum nötig, denn wir arbeiteten inzwischen so eingespielt zusammen, dass wir in 10 Minuten fertig damit waren, ohne sie um Hilfe zu bitten. Nachdem wir angelegt hatten, reinigten wir das Schiff vom Bug bis zum Heck, innen wie außen. Dann sammelten wir die großen Gepäckstücke im Anhänger von Herrn
Herwig und fuhren, nachdem wir uns von der Crew der Zephyr verabschiedet hatten, mit Frau Engelhardt über Neumünster zurück nach Kaltenkirchen. Angekommen in Kaltenkirchen verabschiedeten wir uns von allen und verteilten das übrige Essen.
Während der Segelzeit beschäftigten wir uns außerdem mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Ostsee und tauschten uns über Veränderungen aus, die bereits heute an Küsten und in Meeresökosystemen sichtbar sind. Dabei standen insbesondere das Ökosystem der Ostsee, die Verschmutzung der Meere durch Plastik, Mikroplastik und weitere Schadstoffe sowie der Küstenschutz im Kontext des Meeresspiegelanstiegs im Mittelpunkt. Auf unserer Reise konnten wir zudem die Folgen menschlichen Handelns in Form von Verschmutzung hautnah erleben.
Es war ein gelungener Segeltörn mit Höhen und Tiefen, bei dem wir als Team viele Herausforderungen meisterten und dabei den Spaß nicht verloren haben. Gleichzeitig konnten wir erleben, wie eng Natur, Klima und unser eigenes Handeln miteinander verbunden sind. Dadurch wurde der Törn nicht nur zu einer besonderen Reise, sondern auch zu einer wertvollen Lernerfahrung.

 
Hanna (10b)